Eiskunstlaufen
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Geschichte des Eiskunstlaufes

Mai 27th, 2008

Die Geschichte des Eiskunstlaufes hat seine Wurzeln in der Ur- und Frühgeschichte der Menschheit, auch wenn es dafür nur archäologische Beweise gibt. Der ursprüngliche Eislauf hat sich erst viel später in zwei unterschiedliche Sportarten, Eiskunstlauf und Eisschnelllauf geteilt. Die Knochen-Kufen wurden später durch Holzkufen und schließlich von Eisenkufen abgelöst. Auf den ersten Schlittschuhen auf Knochen konnte man sich zunächst nur unter Zuhilfenahme von Stöcken über das Eis bewegen, das sie noch keine scharfen Kanten hatten.
Im 14. Jahrhundert machte ein Tischlerlehrling aus der niederländischen Zunft für Schiffs- und Eislaufinstrumente mehr aus Zufall die sensationelle Erfindung, bei der man ohne Stöcke auskam. Er änderte eines Tages bei der Einfassung der Eisen die Horizontallage gegen die Vertikallage – und so entstanden die Schlittschuhe der heutigen Form. Der Eisläufer konnte den Stock ablegen, die Bewegung wurde freier, und vor allem schneller und steuerbarer.
Ein Meilenstein in der Geschichte des Eiskunstlaufes war der Amerikaner Jackson Haines. Er war nicht nur der Begründer einer neuen Eislaufart, sondern erfand auch einen neuen Schlittschuhtyp – die Stahlschlittschuhe. Man kritisierte ihn aber und warf ihm vor, sich mehr auf Körper- und Extremitätsposen zu konzentrieren, als auf Figurenlauf. Zu dieser Zeit herrschte der strenge englische Eislaufstil vor. Im Winter 1868 kam Haines nach Wien und ebnete durch seinen Walzertanz auf dem Eis den Weg für den heute bekannten Eiskunstlauf.
Anfang des 20. Jahrhunderts verhalf der aus Schweden stammende Ulrich Salchow dem Eiskunstlauf zu einem sportlicheren Charakter. Durch den 10-fachen Weltmeister wurde der Eiskunstlauf zu einem Leistungssport. Seine Erfindung – Schlittschuhe mit Zähnen – ermöglichten ihm ein stärkeres Abstoßen. 1908 wurde Salchow der erste Olympiasieger im Eiskunstlauf. Der sogenannte Salchow-Sprung gehört heute zum Repertoire der Grundsprünge.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr der Eiskunstlauf einen nie da gewesenen Boom. Der Aufbau von neuen überdachten Kunsteisbahnen ermöglichte intensiveres Training und bessere Sportleistung. Die für die Zuschauer beliebtere Kür gewann langsam mehr Gewicht über den bis dahin bevorzugten Pflichtlauf.

Eisschnelllauf

Mai 13th, 2008

Eisschnelllauf ist eine Olympische Sportart und gehört seit 1924 zum Programm der Olympischen Winterspiele. Vom internationalen Dachverband ISU (International Skating Union) werden jährlich Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und eine Serie von bis zu zwölf Weltcups ausgetragen. Die ISU registriert Weltrekorde über alle WM-Strecken. Zum Programm bei Olympischen Winterspielen und Weltmeisterschaften gehören 500 m, 1.000 m, 1.500 m, 3.000 m (nur Frauen), 5.000 m und 10.000 m (nur Männer) sowie die Mannschaftsverfolgung.
Schnelllauf-Schlittschuhe haben bis unterhalb des Fußgelenkknöchels reichende Schnürschuhe aus Ziegenleder. Die langen Stahlkufen, auch “Brotmesser” genannt, sind bis 45 Zentimeter lang und haben eine Dicke von etwa 1,0 Millimetern. Die Lauffläche hat einen Planschliff mit einer schwachen Kurvung in Längsrichtung, die es ermöglicht durch die Kurven zu laufen. Die Spitze ist gerundet, das Ende nach hinten abfallend.
Im Gegensatz zum rückseitigen Abstoßen beim Kunstlauf und Eishockey stößt man sich beim Eisschnelllauf auf gerader Strecke mit den Beinen zur Seite ab, wobei die Kufe in ganzer Länge mit der Eisfläche in Kontakt bleibt. Durch den eingeschliffenen Bogen in den Kufen und durch einen ständigen Wechsel von der Außen- auf die Innenkante führt diese Technik zu einer flachen, S-förmigen Laufspur, dennoch wird damit die größtmögliche Geschwindigkeit auf dem Eis erreicht. In Kurven stößt sich das Kurveninnere hinter dem kurvenäußeren Bein gegen die Fliehkraft ab. Dieser Vorgang wird “Übersetzen” genannt.
Die ursprüngliche Bekleidung im Eisschnelllauf waren Strumpfhosen aus Wolle und enganliegende Pullover sowie eine die Ohren überdeckende Mütze. Der Schweizer Architekt und Läufer Franz Krienbühl entwickelte 1974 aus aerodynamischen Überlegungen einen einteiligen hautengen Anzug, der zu Beginn keine Anhänger fand. Als Krienbühl mit diesem Anzug mit 47 Jahren den achten Platz bei den Olympischen Spielen 1976 erreichte, tragen alle Läufer diesen Einteiler.