Geschichte des Eiskunstlaufes
Die Geschichte des Eiskunstlaufes hat seine Wurzeln in der Ur- und Frühgeschichte der Menschheit, auch wenn es dafür nur archäologische Beweise gibt. Der ursprüngliche Eislauf hat sich erst viel später in zwei unterschiedliche Sportarten, Eiskunstlauf und Eisschnelllauf geteilt. Die Knochen-Kufen wurden später durch Holzkufen und schließlich von Eisenkufen abgelöst. Auf den ersten Schlittschuhen auf Knochen konnte man sich zunächst nur unter Zuhilfenahme von Stöcken über das Eis bewegen, das sie noch keine scharfen Kanten hatten.
Im 14. Jahrhundert machte ein Tischlerlehrling aus der niederländischen Zunft für Schiffs- und Eislaufinstrumente mehr aus Zufall die sensationelle Erfindung, bei der man ohne Stöcke auskam. Er änderte eines Tages bei der Einfassung der Eisen die Horizontallage gegen die Vertikallage – und so entstanden die Schlittschuhe der heutigen Form. Der Eisläufer konnte den Stock ablegen, die Bewegung wurde freier, und vor allem schneller und steuerbarer.
Ein Meilenstein in der Geschichte des Eiskunstlaufes war der Amerikaner Jackson Haines. Er war nicht nur der Begründer einer neuen Eislaufart, sondern erfand auch einen neuen Schlittschuhtyp – die Stahlschlittschuhe. Man kritisierte ihn aber und warf ihm vor, sich mehr auf Körper- und Extremitätsposen zu konzentrieren, als auf Figurenlauf. Zu dieser Zeit herrschte der strenge englische Eislaufstil vor. Im Winter 1868 kam Haines nach Wien und ebnete durch seinen Walzertanz auf dem Eis den Weg für den heute bekannten Eiskunstlauf.
Anfang des 20. Jahrhunderts verhalf der aus Schweden stammende Ulrich Salchow dem Eiskunstlauf zu einem sportlicheren Charakter. Durch den 10-fachen Weltmeister wurde der Eiskunstlauf zu einem Leistungssport. Seine Erfindung – Schlittschuhe mit Zähnen – ermöglichten ihm ein stärkeres Abstoßen. 1908 wurde Salchow der erste Olympiasieger im Eiskunstlauf. Der sogenannte Salchow-Sprung gehört heute zum Repertoire der Grundsprünge.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr der Eiskunstlauf einen nie da gewesenen Boom. Der Aufbau von neuen überdachten Kunsteisbahnen ermöglichte intensiveres Training und bessere Sportleistung. Die für die Zuschauer beliebtere Kür gewann langsam mehr Gewicht über den bis dahin bevorzugten Pflichtlauf.